Sierra Nevada Gebirge

Sierra Nevada

Bild: © pacoparra – fotolia.com

Die Sierra Nevada ist der höchste Gebirgszug auf dem spanischen Festland. Übersetzt bedeutet der Name so viel wie „schneebedecktes Gebirge“. Die 14 Gipfel erreichen eine Höhe von 3.000 bis knapp 3.500 Meter und sind das ganze Jahr über mit Schnee bedeckt. Mit 86.208 ha ist das größte Gebiet seit 1999 als Nationalpark Sierra Nevada geschützt. In den warmen Monaten ist die Region ein El Dorado für Wanderer und Mountainbiker. Im Winter finden Skifahrer hier ideale Bedingungen vor. Teilweise reichen die Steilhänge bis an die Mittelmeerküste heran. Von einigen Pisten bietet sich während der Abfahrt ein direkter Blick aufs Meer.

Alpujarras – Eine der schönsten Regionen der Sierra Nevada

Nur wenige Kilometer südlich des Hauptkamms liegt mit den Alpujarras, eine der schönsten Regionen der Sierra Nevada. Obwohl nur sehr wenig Regen fällt hat sich durch das Schmelzwasser eine grüne und fruchtbare Landschaft entwickelt. Die Gegend ist Lebensraum für viele seltene Tierarten wie Steinböcke, Uhus und Adler. Die Region ist ideal geeignet für ausgedehnte Wanderungen. Das Bergdorf Trevélez gilt als Heimat des weltberühmten Serrano-Schinkens. Von hier aus bietet sich eine fantastische Aussicht auf die weißen Kuppen des Mulhacén und des 3.390 Meter hohen Pico de Veleta. Wer seinen Blick nach Westen und Osten schweifen lässt sieht bis zu den Provinzen Málaga und Almería.

Eine weitere Sehenswürdigkeit der Alpujarras sind die Dörfer mit ihren weiß gekalkten Häuschen, aus der maurischen Zeit. Auf den eigens angelegten Terrassen wird Gemüse, Obst und Wein angebaut. Dabei greifen die Bauern auch heute noch auf ein antikes Bewässerungssystem zurück. Wanderer finden hier überall nette Restaurants, in denen die Spezialitäten aus der Region gereicht werden. Allen voran natürlich der berühmte Serrano-Schinken.

Schlucht von Los Cahorros de Monachil

Das kleine Dorf Monachil befindet sich nur acht Kilometer vom Stadtzentrum Granadas entfernt. Die sich in der Nähe befindlichen Schluchten zählen zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Sierra Nevada. Felsenkletterer finden hier ideale Bedingungen für ihren Sport. Für eine Wanderung durch die engen Schluchten bieten sich vor allem das Frühjahr und der Herbst an. Die Natur blüht dann besonders schön uns sorgt für faszinierende Lichtspiele an den Felswänden.

Die Schlucht kann auf zwei unterschiedlichen Routen durchquert werden. Für Abenteuerlustige bietet sich der „Los Cahorros Alto“ an, welcher über verschiedene Hängebrücken führt. Von hier aus bietet sich ein besonders faszinierender Anblick auf die Schlucht. Seit Kurzem führt ein zweiter Weg am rechten Ufers des Flusses Monachil entlang zur Schlucht.

Eldorado für Mountainbiker

Die Sierra Nevada ist ein beliebtes Ausflugsziel für Mountainbiker. Der neue Sierra Nevada Bike Park bietet erstklassige Pisten. Hier kommen auch echte Profis voll auf ihre Kosten. Mit zwei Liftfahrten geht es mit dem Rad auf 3.000 Meter Höhe. Anschließend führt die Abfahrt Peñones über 2.050 Meter und einem Höhenunterschied von 350 Metern nach unten. Die für Downhill angelegte Strecke geht über Stein und Geröll mit engen Kurven und weiten Sprüngen. Der Park bietet insgesamt sechs solcher Pisten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Für den normal trainierten Biker ist die Strecke von Granada auf den Pico del Veleta eine gute Herausforderung. Die Tour ist 53 Kilometer lang und führt über 2.720 Meter auf den Gipfel. Sie gilt unter Kennern zwar nicht als die Schwierigste, bietet jedoch einen tollen Blick auf die Bergewelt der Sierra Nevada.

Tierwelt der Sierra Nevada

Der Naturpark Sierra Nevada ist die Heimat von zahlreichen seltenen Tierarten. So gibt es hier die größte Population von Steinböcken in Europa. Der iberische Steinbock ist ein erstklassiger Kletterer und hangelt sich absolut sicher an den Felswänden entlang. Sehr häufig sind die Tiere in größeren Gruppen zu sehen. Da sich die Tiere mittlerweile an den Menschen gewöhnt haben, sind sie nicht sehr scheu. Erst wenn man sich ihnen bis auf 50 Meter nähert suchen sie das Weite.

Vögel sind in der Sierra Nevada ebenfalls reichlich vertreten. So sind hier unter anderem der stark gefährdete iberische Kaiseradler sowie Steinadler zu sehen. Es ist ein beeindruckender Anblick, wenn diese großen Greifvögel majestätisch ihre Runden drehen. In den Hochlagen leben noch zahlreiche weitere Vogelarten wie Alpenbraunelle, Steinschmätzer, Hausrotschwanz, Alpenkrähe und Steinrötel.

Der iberische Luchs kommt in der Sierra Nevada leider nicht mehr vor, dafür können hier mit etwas Geduld Wildkatzen bestaunt werden. In den Bergregionen sind zudem Füchse, Dachse, Marder beheimatet.

Laubbäume und Zwergsträucher dominieren die Pflanzenwelt

Bei einer Wanderung oder einem Ausflug auf Skiern bietet sich Naturliebhabern der Anblick von zahlreichen mediterranen Pflanzenarten. In den tiefergelegenen Regionen der Sierra Nevada finden sich vor allem immergrüne Laubbäume wie die Steineiche oder die Pyrenäen Eiche. Kastanienhaine gehören ebenfalls zur abwechslungsreichen Flora dieser Region. Dazu verleihen Zwergsträucher wie Wacholder der Gegend immer wieder kleine Farbtupfer. Auf den höchsten Gipfeln sorgen alpine Gräser für farbliche Abwechslung.

Hobby-Botaniker dürfen sich über einige sehr seltene Pflanzenarten wie das fleischfressende Fettkraut oder den kunterbunten Hauswurz freuen. Die vom Aussterben bedrohte Nevada-Kamille ist hier ebenfalls zu finden.

Skifahren in der Sierra Nevada

Mit rund 105 Kilometern Piste gehört die Sierra Nevada zu den größten Skigebieten Spaniens. Es gibt insgesamt 118 Abfahrten mit einem Höhenunterschied von bis zu 1.200 Metern. Gleichzeitig ist die Sierra Nevada das südlichste Skigebiet in Europa. Eine besonders beeindruckende Aussicht können Wintersportler vom Veleta Gipfel aus genießen. Auf 3.300 Metern bietet sich vor der Abfahrt ein traumhafter Blick über das Mittelmeer bis hin zur afrikanischen Küste.

Los geht es in Pradollano auf rund 2.100 Metern Höhe. Von hier aus führen Lifte direkt in die drei Bereiche Dílar, Cauchiles Parador oder Borreguiles. Letzterer ist besonders für Anfänger und Familien mit Kindern geeignet. Rund um die Bergstation finden sich eine Reihe von speziell ausgewiesenen Übungshängen auf denen besonders langsam gefahren wird. Für die kleinen Pistenflöhe wurden die Strecken mit Meeresmotiven sowie Wald- und Bergtieren sehr phantasievoll dekoriert.

Das Gebiet Loma Dilan ist in erster Linie für sehr sportliche Fahrer geeignet. Hier gibt es sieben schwarz markierten Abfahrten mit einer Länge von bis zu einem Kilometer. Zu den weiteren Highlights gehört eine Rennstrecke sowie der

Snowpark Sulayr. Snowboardfans finden hier die längste Halfpipe Spaniens und rund 60 Hindernisse mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen. Die längste Abfahrt der Sierra Nevada führt vom Veleta-Gipfel über sechs Kilometer hinunter ins Tal.

Für das leibliche Wohl ist in den Skigebieten der Sierra Nevada ebenfalls gesorgt. In den elf Berghütten gibt es eine große Auswahl vom Buffet bis hin zu Gerichten aus dem Wok. Eine leckere Paella findet sich natürlich ebenso auf der Speisekarte wie Hamburger.