Guggenheim Museum

Das Guggenheim Museum in Bilbao gehört zu den wichtigsten Museen für moderne Kunst. Es befindet sich direkt in der Innenstadt und beherbergt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen des 20. und 21. Jahrhunderts. Weltruf erlangte das Museum insbesondere wegen der gezeigten Skulpturen und Installationen sowie der umfangreichen Ausstellung von medialer Kunst. Bei einer Reise in die Provinzhauptstadt Biscayas im spanischen Baskenland, ist der Besuch für Kulturbegeisterte ein absolutes Muss.

Gebäude des Guggenheim Museums ist ein Kunstwerk

Entworfen wurde das Guggenheim Museum in Bilbao vom amerikanischen Architekten Frank O. Gehry. Dieser zählt zu den bekanntesten Vertretern des dekonstuktivistischen Baustils. Der Mittelpunkt des außergewöhnlichen Gebäudes wird durch ein gläsernes Atrium gebildet, dessen Oberlicht aus Metall in Form einer überdimensionalen Blume besteht. Das Gebäude selbst besteht aus vier miteinander verbundenen Flügeln, von denen zwei rechtwinklig und mit Kalkstein überdeckt sind.

Dazu ist das ovale Gebäude mit lang gezogenen, herausragenden Dachteilen, mit in sich verdrehten Elemente aus Titan im Fischschuppen-Muster ausgestattet. Bei genauer Betrachtung stellt das Gebäude eine großformatige Skulptur dar, die organische, fließende Formen mit kühlen Materialien wie Titan-Zink und Glas verbindet. Die Kühle der Materialien wird jedoch durch Strukturen gebrochen und gekerbt. So erinnern die Oberflächen der verschiedenen Elemente an die feinen Fasern eines Blätterwerks.

Das Atrium erinnert an von der Optik an das Innere eines Baumstamms. Von hier aus schlängeln sich die Flure wie Äste zu den einzelnen Ausstellungsräumen. Das Besondere daran ist, dass der Architekt auf eine absolute Geometrie verzichtet. So wirken alle Räume gebogen und scheinen ineinander zu fließen.

Ausstellung mit internationalen Künstlern

Die Ausstellungsfläche umfasst rund 11.000 Quadratmeter und ist in 20 Galerien aufgeteilt. Hierzu gehören sowohl dauerhafte Sammlungen wie auch Wanderausstellungen. Seitdem das Museum 1997 eröffnet wurde, gab es insgesamt 42 dauerhafte Sammlungen sowie die gleiche Zahl an Wanderausstellungen.

Das Guggenheim Museum in Bilbao deckt im wesentlichen vier Kunstrichtungen ab. Zur ersten Kategorie gehören moderne und außergewöhnliche Kunstwerke von bedeutenden Künstlern wie Beuys, Rauschenberg, Warhol und Bourgeois. Dazu werden in Bilbao auch Werke von nationalen Künstlern präsentiert. Das Museum legte von Beginn an Wert darauf, baskische und spanische Kunst einem internationalen Publikum vorzustellen.

Die dritte Gruppe besteht aus standortspezifischen Installationen. Zu den herausragenden Ausstellungsstücken dieser Kategorie gehören die Werke von Richard Serras und Jenny Holzers. Bleibt noch die vierte Kategorie. Diese umfasst bekannte Werke von zeitgenössischen Künstlern. Im Vordergrund steht dabei Künstler mit einem expressionistischen und minimalistischen Stil wie Anselm Kiefer, Carl Andre und Cy Twombly.

Insgesamt umfasst die aktuelle Sammlung etwa 100 Kunstwerke. Zu den Höhepunkten gehören die beiden Dauerausstellungen „A Matter of Time“ und „A Selection of Site-Specific and Outdoor Installations“.

Moderne Installationen als Highlight im Guddenheim Museum

In der Dauerausstellung „A Matter of Time“ werden aktuelle Werke des amerikanischen Bildhauers Richard Serra. Dieser setzt bei seinen Werken in erster Linie industrielle Baustoffe ein. Die überdimensionalen Skulpturen sind begehbar und können aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Zur Ausstellung gehören insgesamt sieben Installationen aus Metall. Ziel des Künstlers ist es, die spezielle Verbindung von materieller Räumlichkeit und physikalischer Beschaffenheit der Skulpturen symbolisieren.

In der zweiten Dauerausstellung installierte die Künstlerin Jenny Holzer an der Außenverkleidung des Museums insgesamt neun LED-Lichtsäulen. Die fünf Freilichtwerke stellen Aphorismen zu Themen wie Tod, Täuschung, Intimität und Verlust dar. Ebenfalls sehenswert ist die große Skulptur auf dem Museumsvorplatz. Diese stellt mit Blumen in unterschiedlichen Formen einen überdimensionalen Hund dar. Der amerikanische Künstler Jeff Koons möchte damit an die typischen Gärten des 18. Jahrhunderts erinnern.

Zu den weiteren Ausstellungstücken in dieser Kategorie gehört eine Nebelinstallation von Fujiko Nakay. Der bekannte französische Künstlers Yves Klein ist mit einer aus fünf Feuerfontänen bestehenden Installation vertreten. Äußerst imposant ist auch das Kunstwerk von Louise Bourgois. Es zeigt eine Spinne in Bronze, welche die Komplexität der menschlichen Seele symbolisieren soll. Ähnliche wie eine Spinne ist auch die Seele in einer Zwiespaltigkeit gefangen. So kann die Spinne mit ihrem Faden ein schützendes Netz wie auch eine Falle für andere Tiere bauen.

Ergänzend zeigt das Guggenheim Museum in Bilbao Videopräsentationen und setzt weitere mediale Kommunikationsmittel ein. So können Besucher die Entstehungsgeschichte der einzelnen Werke von Beginn an nachvollziehen.

Bildungsspezifische und ökonomische Bedeutung des Guggenheim Museum

Didaktische Aspekte spielten beim Guggenheim Museum in Bilbao von Beginn an eine wichtige Rolle. Seit der Gründung haben die Verantwortlichen bereits 50 bildungsbezogene Programme angeboten. Hierzu gehören neben Lesungen auch Kunst-Workshops sowie Führungen des jeweiligen Künstlers. Ziel ist es, bereits bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für Kunst zu wecken.

Das Guggenheim Museum in Bilbao verzeichnet pro Jahr rund eine Million Besucher. Insgesamt haben bereits mehr als neun Millionen Kunstbegeisterte das Museum besucht. Davon haben mehr als vier Millionen die Bildungsangebote in Anspruch genommen.

Für Bilbao hat das Guggenheim Museum somit auch eine große ökonomische Bedeutung. Seit der Gründung wurden 4.200 Arbeitsplätze geschaffen, die Steuereinnahmen belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Dazu ist das Museum natürlich auch eine wichtige touristische Attraktion, die Besucher aus aller Welt nach Bilbao und ins Baskenland zieht.

Guggenheim Stiftung auch in Spanien vertreten

Die in New York ansässige Salomon Robert

Guggenheim Foundation betreibt weltweit vier Museen. Die Stiftung wurde 1997 vom amerikanischen Kunstmäzen 1937 Salomon R. Guggenheim und der deutschen Malerin Hildegard von Rebay gegründet. Ziel war die Förderung des Interesses für moderne Kunst.

Bereits zwei Jahre später wurde in New York das erste Guggenheim Museum eröffnet. Bilbao wurde 1997 der dritte von mittlerweile fünf Standorten. Um die konjunkturelle Situation des Baskenlandes zu verbessern setzten sich regionale Politiker bereits seit den 1980er Jahren für die Eröffnung eines Guggenheim Museums ein. Bis der Vertrag endgültig unterzeichnet wurde dauerte es dann doch 10 Jahre. Die weiteren Standorte sind Abu Dhabi und Venedig.