Günstige Flüge nach Spanien

Günstige Flüge nach Spanien

Murcia: Unverwechselbares Profil zwischen großen Nachbarn

Das Land

Wie eine Kumuluswolke schiebt sich Murcia vom Meer zwischen Valencia, Kastilien und Andalusien. Im Vergleich zu seinen Nachbarn, die mit Ausnahme Valencias größer sind als das flächenmäßig größte deutsche Bundesland Bayern, ist Murcia klein. Es hat 1 Mio. Einwohner. Kein anderer Teil Spaniens besitzt aber eine solche Palette landschaftlicher Gegensätze. Gebirgige Trockenwüsten palästinensisch-marokkanischen Typs erstrecken sich neben betörenden Flussoasen mit überquellender Vegetation. Die Bezeichnung „Garten Europas“ gilt in erster Linie Murcia. Wer mit dem Flugzeug anreisen möchte, findet hier günstige Flüge nach Spanien.

Von Südwesten durchziehen es die Ketten der Subbetischen Kordillere auf ihrem Weg zur Costa Blanca. In ansteigenden Formationen – zunächst bis auf 1000 m noch in Küstennähe, dann bis auf 1500 m links des Río Guadalentín und im äußersten Südwesten in der Sierra de Moratalla schließlich bis auf 2000 m – bilden diese Berge ein eindrucksvolles Flächenrelief. Wahre Lektionen der Geografie kann man in Murcia erleben. Das beginnt mit dem Grundkontrast Wüstenland / Gartenland bzw. Trockenzonen / Bewässerte Zonen. Mindestens sechs Landesteile unterscheiden sich deutlich voneinander, besitzen weitere geografische Mikrokosmen.

Im Norden liegt der Altiplano, ein lederfarbenes Trockenland zwischen 600 und 800 m Höhe sowie Produktionsgebiet eines der besten spanischen Rotweine und ein mit Zistrosen und Espartogras bewachsenes Grenzland zur kastilischen Mancha. Die zweite ausgedehnte Binnenzone bildet der Nordwesten zwischen den Flussläufen Segura und Guadalentín-Sangonera. Sie umfasst die höchsten regionalen Gebirgszüge. In den fernen, stillen Landstrichen wachsen Hochwälder, kaum etwas ist hier schon in den Sog der üblichen Modernisierung geraten. Alte, schmucke Städte wechseln sich mit Naturreservaten voll seltener Tier- und Pflanzenarten ab. Das ganze Gebiet ist einem Kontinentalklima heißer Sommer und kalter Winter unterworfen.

Zwischen Altiplano und Unterlauf des Río Segura verbirgt sich Murcias spektakulärster Landesteil: die Wüste von Abanilla. Hier blendet das Licht ebenso wie es kräftigt und belebt. Wie Siegestrophäen tauchen in der ausgeglühten Erde Palmenhaine auf, geben der lunaren Landschaft einen Schuss lebendigen Grüns. In einem felsigen Halbrund liegt umgeben von solchen Palmerales – die auf tafelartigen Landzungen zwischen stinigen Ramblas wie Karawanen rasten – Abanilla, ein Stützpunkt des Lebens in einer vom Alterstod eroberten Landschaft. Zum unbegreiflichen Extrem wird „nebenan“ das Ufer des Río Segura, wo der Fluss durch Kalksteinschluchten auf Murcia zuläuft. Wasser bedeutet Leben, hier hat es Paradiese geschaffen. Ein fruchtbarer Garten umflutet Ulea, Ojos und Blanca im Tal von Ricote, wo sich das Gelb der Zitronen mit dem Grün der Dattelpalmen und Zypressen verbindet.

Was dort intime Züge trägt, wächst weiter südlich in der Huerta von Murcia ins Große. Zwischen Alcantarilla und Beniel an der Grenze zu Alicante besimmt das Wasser durch ein Geflecht von Kanälen seit zwei Jahrtausenden Gesicht und Rhythmus des weiten Tales, i de die Landeshauptstadt liegt. Seine Farbe ist Grün – und Orange, wenn die Sonne untergeht. Obsgärten, Zitrushaine, Blumengärten und Felder werden werden von einem ausgeklügelten Bewässerungssystem gefüttert, das in römischen Jahrhunderten entstand und während der arabischen Epoche perfektioniert wurde. Norias, riesige Schaufelräder, hievten das Wasser auf höher gelegene Anbauflächen. In Alcantarilla ist ein solches Experiment noch zu sehen. von den Spitzen des Monteagudo und der Cresta del Gallo ist die Huerta in ihrer ganzen Pracht zu überblicken.

Hinter den Sierras de Carrascoy und Almenara senkt sich das Land hinunter zur Küste, in weitem Schwung als Campo de Cartagena hier, als Abfolge von Steilbuchten, Bahías und kleineren Küstentälern dort. Costa Cálida heißt die murcianische Meereslinie zwischen Aguilas an der Grenze zu Almería und San Pedro del Pinatar am anderen Ende: die „Heiße Küste“, an der Karthager landeten, um dort umfangreiche Erzlager auszubeuten und ein neues Imperium zu gründen; an der sich das Meer teilt und aus Eins Zwei macht, und sich das Land noch mancherorts dem brutalen Zugriff des Menschen widersetzt.

Ein halbes Dutzend Gesichert und noch etliche mehr: das ist Murcia. Drei große Städte bilden die Zentren regionaler Geschichte und Kultur – Murcia, Cartagena und Lorca. Im Binnenland sammelt Caravaca de la Cruz eine Handvoll alter Siedlungszentren mit prähistorischer Vergangenheit um sich, während unten am Meer das niederschmetternde Szenario des Massentourismus zu erleben ist.

 

Murcia heute

Der Murciano gilt als ein unermüdlicher Arbeiter, dessen Zähigkeit dem Land eine blühende Landschaft abgerungen hat. Die Urbarmachung und unablässige Kultivierung der trockenen ‚Tierra‘ war eine ungeheure Dauerleistung vieler Generationen: römischer Kolonisatoren, muslimischer Bauern und murcianischer Campesinos. In einer breit gestreuten Palette – von Zitrusfrüchten und Obstbaumkulturen über Wein, reis, Oliven und Mandeln bis hin zu den modernen Früh- und Treibhauskulturen – erzeugt die Region vieles, was nicht zur heimischen, sondern auch EU-weiten Nahrungskette gehört. Erheblichen Anteil haben daran auch die Fischbestände und Meeresfrüchte der Küste, sowohl des salzhaltigen Mar menor als auch der buchtenreichen Küstenvorgewässer. Die Viehzucht des Altiplano rundet das landwirtschaftliche Bild ab. Den industriellen Sektor beherrschte lange Zeit der Bergbau. Heute spielen Cartagenas Werft- und Hafenanlagen, sein großer Kriegshafen und ein Raffineriezentrum eine wichtige wirtschaftliche Rolle.